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LINE und die Bedeutung von Messaging in Asien

In Asien ist die Nutzung von Messenger Diensten noch einen Schritt weiter als in Europa. Wie selbstverständlich werden Taxis gebucht, Online eingekauft oder der Elektriker bestellt.

Valerie
von Valerie
am

Die Rolle von Messaging-Diensten in Südostasien

⅔ der Top Social Apps sind Messaging Plattformen, wie Facebook Messenger oder Whatsapp - nicht zu vergessen die asiatischen Pendants WeChat und LINE. Dies überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass alleine über WhatsApp und Facebook täglich über 60 Milliarden Nachrichten weltweit versendet werden.

Besonders in Südostasien besitzen Messaging-Dienste bereits seit geraumer Zeit einen hohen Stellenwert. Dass Social Media in Ost- und Südostasien lediglich als die Weiterentwicklung von Messaging-Diensten empfunden wird, ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Social Media auf dem Desktop von Mobile regelrecht übersprungen wurden - die Asiaten denken eben Mobile First. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass Unternehmen in Asien ebenso mobil-fokussiert agieren mussten und mittlerweile zum festen Bestandteil der Messenger geworden sind.

Was ist LINE?

LINE ist das WhatsApp Asiens und noch viel mehr.

Grundsätzlich ermöglicht LINE dementsprechend alles, was uns bekannte Messenger auch erlauben: Das Versenden von Nachrichten, Videos, Sprachnachrichten oder Sprach- und Videoanrufe. Einen besonderes Merkmal ist bei der 2011 gelaunchten App die Verwendung von Stickern und Emoticons. Die über 10.000 Stück ebendieser dienen einer unterhaltsamen Konversation. Wirklich besonders ist LINE aufgrund der hybriden Verbindung von Chat-Portal und sozialem Netzwerk.

Im Januar 2017 gab es 217 Millionen aktive monatliche Nutzer, welche zu ⅔ aus Japan, Taiwan, Thailand oder Indonesien stammen. LINE setzt auf künstliche Intelligenz, um die dabei vorhandenen unterschiedlichen kulturellen Anforderungen zu meistern. Das Ziel der koreanischen App lautet: “To be a smart portal, able to meet all the needs that users face in their daily lives”.

2016 wurde die neue Unternehmensstrategie “Closing the Distance” auf der LINE Konferenz in Tokio und damit auch die Öffnung der Plattform für Unternehmen verkündet. Im Zuge dessen gibt es nun die App LINE@ (für Web, iOS und Android), welche neben rund 50 anderen Applikationen zur App Familie gehört. Sie soll Unternehmen bestmögliche Kunden-Unternehmens-Interaktion ermöglichen.

Sobald Unternehmen sich über LINE@ ein Profil erstellt haben, können sie in einen persönlichen Austausch mit ihren potenziellen Kunden treten. Während bei der kostenlosen Version ein monatliches Limit von 1.000 Nachrichten gesetzt wird, ist das Limit bei der erweiterten Version unbegrenzt - es muss sich für LINE auch monetarisieren. Außerdem können Unternehmen, ähnlich wie bei den sozialen Plattformen Facebook und Twitter, Neuigkeiten veröffentlichen oder Kampagnen schalten.

Möglichkeiten für Unternehmen

Grundsätzlich gliedern sich die Features auf der Business Plattform in verschiedene Teilbereiche. Einen zentralen Aspekt in der LINE@ App spielt die Kommunikation via LINE Messenger. In einem 1-to-1 Chat, wie er bereits aus der ursprünglichen LINE App bekannt ist, können Unternehmen in Echtzeit auf die Anfragen ihrer Kunden antworten. Für User eine intuitive Art der Kommunikation in der von Ihnen bereits genutzten LINE App.

Der LINE@ Messenger ermöglicht jedoch nicht nur die Interaktion mit den Kunden, sondern ist ebenso auf Transaktion ausgerichtet. LINE@ Shopping bildet einen wichtigen Schritt in Richtung “Smart Portal”. Während in Europa Conversational Commerce noch in den Kinderschuhen steckt, ist Asien schon einen Schritt weiter. Selbst nicht registrierte User können auf im Messenger verfügbaren Shops einkaufen. Für Unternehmen sind Transaktionen über LINE fast kostenlos, es wird lediglich ein Service-Charge von 4.98% eingefordert.

LINE gibt für die Implementierung der Shops im Messenger den Unternehmen spezielle Features an die Hand. Der Nutzer zahlt bei einem Kaufabschluss über den integrierten Bezahldienst LINE Pay bequem per Kreditkarte. Da Kunden in der App Kundenkarten und Coupons speichern und zentral verwalten können, besteht die Möglichkeit gezielte Kaufanreize zu schaffen - und das nicht nur online. Die standortspezifische Aussteuerung von eben diesen und Benachrichtigungen, sobald Coupons ablaufen, zählen dadurch zu wichtigen Instrumenten von Conversions, initiiert durch LINE@.

„Messaging kann die Distanz zwischen Kunde und Unternehmen verringern. “

Die Hauptnutzung der kommerziellen LINE@ Plattform liegt jedoch auf dem Aspekt der Sticker, denn diese bilden einen wichtigen Bestandteil der Markenkommunikation in Asien. Über den LINE Creators Market können Unternehmen mit Hilfe einer standardisierten Schnittstelle markenkonforme Sticker oder Emojis kreieren.

Damit diese dann von den Kunden gekauft und im Messenger zur Kommunikation mit Freunden verwendet werden, muss der Fokus dabei auf die Wiedererkennung der Sticker gelegt werden. Diese Art der Markenkommunikation ermöglicht eine Stärkung der Marke und eine erhöhte Kundengewinnung. Und: Sie kommt in Asien extrem gut an.

Line und Web-Apps

Ein weiterer Aspekt, der die Relevanz von LINE erhöht, ist die Möglichkeit für Web-Apps im Bezug auf Web Services. Durch einen LINE-Login auf anderen Website (ähnlich dem Login mit Facebook, wie man ihn mittlerweile aus Onlineshops kennt), erhalten Kunden schnellen und vor allem vereinfachten Zugang zu verschiedenen Services, ohne neue Apps zu laden oder Registrierungen vornehmen zu müssen. Dies bedeutet eine Vereinfachung von Prozessen bei gleichzeitigem Abbau von Kauf Hürden, welche oftmals schon durch die Notwendigkeit einer Registrierung aufgebaut werden.

Vorteile für Kunden

Nun ist also klar, welche Chancen Unternehmen mit LINE@ haben. Doch was für eine Bedeutung besitzt die kommerzielle Öffnung des Messaging-Dienstes auf Kundenseite? Für die private, digitale Kommunikation ist es bereits eine der beliebtesten Plattformen überhaupt. ÜberLINE@ besteht für Unternehmen nun also die Möglichkeit, intuitiv, leicht und auf die gewohnte Art und Weise mit Kunden zu interagieren.

Damit einher geht auch die Vereinfachung von Kaufprozessen. Es entsteht kein Medienbruch durch die Umleitung auf unternehmenseigene Online-Shops, da der Kaufprozess direkt im Messenger, auch ohne Registrierung, abgeschlossen werden kann. Der User muss kein weitere App runterladen, sondern bleibt in der einen, die er tagtäglich mehrmals nutzt. Und: Während Kaufprozesse oft an der notwendigen Registrierung abgebrochen werden, kann auf externen Web-Apps eine Anmeldung über LINE erfolgen - personalisiert, einfach und schnell.

LINE im Europäischen Raum

LINE bietet die Verbindung von Messaging, sozialem Netzwerk und Online-Vertriebskanal und eröffnet dadurch Unternehmen neue Chancen für die Kundenkommunikation und die Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen. Die kommerzielle Öffnung von Messaging-Diensten ist jedoch grundsätzlich nur dann attraktiv für Unternehmen, wenn das private Nutzerverhalten auf diesen bereits stark ausgeprägt ist. Da im asiatischen Raum die Nutzung von LINE fester Bestandteil des Alltags ist, ist dieser Kanal für die Kunden-Unternehmensinteraktion sehr spannend.

Da jedoch Facebook und Whatsapp als Messaging-Dienste vor allem im europäischen Raum aktuell noch den Markt dominieren, besitzt LINE hier derzeit keine große Anwendung - weder von Kunden noch von Unternehmen. Doch ein zentraler Aspekt sollte bei dieser Einschätzung nicht vergessen werden: Während Facebook, Google und Apple die Herausforderung des Conversational Commerce gerade erst aufgenommen haben, läuft LINE bereits mit schnellen Schritten voraus.

Die Verbindung von Messaging und Transaktionsvorgängen durch diese Big Player scheint ein Wink mit dem Zaunpfahl zu sein, um auch europäischen Unternehmen die Relevanz des Conversational Commerce zu verdeutlichen.

Valerie
Valerie
Valerie kümmert sich bei Mesaic um Marketing und Kommunikation.

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